Parkquartier an der Marktstraße: Maßvolle Stadtentwicklung mit Mehrwert für Quickborn

Konzept-Visualisierung von Answer/CSSM
So kann das neue Parkquartier aussehen

In den vergangenen Monaten haben uns viele Bürger angesprochen, die sich neuen Wohnraum in Quickborn wünschen. Besonders häufig hören wir von Menschen, die seit vielen Jahren in unserer Stadt leben, hier ihre Familie, ihre Freunde und ihr soziales Umfeld haben und auch in Zukunft in Quickborn bleiben möchten. Gerade ältere Bürger, die ihr Einfamilienhaus verlassen wollen oder müssen, suchen nach hochwertigem, passendem und altersgerechtem Wohnraum vor Ort. Für sie wollen wir Perspektiven schaffen.

Vor allem aus diesem Grund sehen wir die Planungen für das Parkquartier an der Marktstraße als sinnvoll an. Wir wollen Wohnraum schaffen für unterschiedliche Lebenslagen, für verschiedene Einkommensgruppen und für alle Generationen. 

Das „Parkquartier“ ist dabei mehr als ein reines Wohnbauprojekt. Es bietet die Chance, ein echtes Quartier mit Aufenthaltsqualität zu schaffen. Vorgesehen sind unterschiedliche Wohnformen statt eines monotonen Gebiets, eine moderne Gestaltung in Holzbauweise, regionale Materialien, neue Plätze und Aufenthaltsbereiche sowie eine zentrale grüne Achse. Besonders hervorzuheben ist die geplante Einbindung der historischen Scheune, die als Ort für Veranstaltungen, Begegnung, Gemeinschaftsflächen oder auch neue Nutzungen wie Co-Working einen besonderen Mehrwert schaffen kann. Damit würde moderne Stadtentwicklung mit einem Stück Quickborner Geschichte verbunden: Ein Ansatz, der über reines Bauen weit hinausgeht und der Innenstadt neue Impulse geben kann. Die gute Anbindung an den Bahnhof und das Zentrum stärkt diesen Gedanken zusätzlich. Auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit sind positive Aspekte zu nennen: Klimaneutrale Ausrichtung im Betrieb durch Photovoltaik und Energiekonzepte, Regenwassermanagement nach dem Schwammstadtprinzip, welches auch Starkregengefahren berücksichtigt, sowie Begrünung. Diese Punkte zeigen, dass das Projekt eine hohe Qualität für die Bewohner und für die Stadt mit sich bringen würde.

Wir beschäftigen uns seit mehr als einem Jahrzehnt kritisch mit den Planungen an der Marktstraße. Frühere Projektideen haben wir ausdrücklich nicht mitgetragen, weil sie aus unserer Sicht überdimensioniert waren oder sich städtebaulich nicht verträglich in die Umgebung eingefügt hätten. Wir sehen das nun vorgestellte Projekt „Parkquartier“ als tragfähige Grundlage für eine weitere Prüfung, da wir nach ausführlicher Abwägung zu der Einschätzung kommen, dass dieses Konzept im Vergleich zu früheren Konzepten deutlich besser geeignet ist. Aus unserer Sicht kann dieses Projekt einen positiven Beitrag zur zukünftigen Entwicklung unserer Stadt leisten. 

Lokal angespannte Wohnungsmarktlage

Quickborn gilt nach § 201a des Baugesetzbuchs als ein Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt. Unter anderem die Nähe zur Metropole Hamburg macht unsere Stadt zu einem attraktiven Wohnstandort, weswegen die Nachfrage nach Wohnraum auf einem hohen Niveau bleibt. Dies äußert sich in hohen Mieten und Kaufpreisen und einer insgesamt -auch lokal- angespannten Marktlage. 

Vor diesem Hintergrund wollen wir gezielt und maßvoll neuen Wohnraum in Quickborn ermöglichen – insbesondere für die Quickborner selbst sowie für alle Einkommensgruppen. Dabei verfolgen wir – wie bereits seit Jahrzehnten – konsequent das Ziel eines maßvollen und verantwortungsvollen Wachstums: Neue Wohnbauentwicklungen müssen mit der vorhandenen Infrastruktur Schritt halten. Fragen der Kita- und Schulversorgung, der verkehrlichen Erschließung und der allgemeinen städtebaulichen Verträglichkeit müssen dabei von Anfang an mitgedacht und im Verfahren sauber geprüft werden. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass Quickborn seinen gewachsenen Charakter, seine Lebensqualität und seine städtebauliche Identität behält. 

Dafür achten wir konkret darauf, dass sich neue Wohnbauentwicklungen wie das „Parkquartier“ in die bestehenden städtebaulichen Konzepte integrieren, wie etwa die Bevölkerungsprognose, das Einzelhandelskonzept, das Klimaschutzkonzept sowie das Zentrenkonzept. Diese Konzepte sind von zentraler Bedeutung, weil sie sicherstellen, dass die Stadtentwicklung in Quickborn nicht zufällig, sondern strategisch und gezielt erfolgt. Wachstum in Quickborn kann so geordnet, maßvoll und im Interesse der gesamten Stadt gestaltet werden. 

Bisherige Stadtentwicklung Quickborns

Zur Einordnung der aktuellen Planungen lohnt sich auch ein Blick auf die Stadtentwicklung der vergangenen Jahre in Quickborn. 2014 bis 2023 wurden im Mittel rund 150 Wohneinheiten pro Jahr fertig gestellt. Beispiele wie die Wohnbauprojekte in der Birkenallee (105 Wohneinheiten auf 1,7 Hektar / B-Plan 108) oder am Gertrudenhof (92 Wohneinheiten auf 1,4 Hektar / B-Plan 106) zeigen eine vergleichbare bauliche Dichte wie das vorgestellte Projekt „Parkquartier“ (138 vorgesehene Wohneinheiten und 22 Mikro-Apartments auf 2,4 Hektar). Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass ein Großteil des neu geschaffenen Wohnraums in Mehrfamilienhäusern entstanden ist. Diese Bauform ist flächeneffizient und entspricht den veränderten Wohnbedürfnissen, insbesondere mit Blick auf kleinere Haushalte und altersgerechtes Wohnen. An diese Entwicklung knüpft auch das „Parkquartier“ an, indem es zusätzlichen Wohnraum in einer Form schaffen kann, die sich in Quickborn bereits bewährt hat. Auch im direkten Umfeld der Marktstraße finden sich bereits Gebäude mit mehreren Vollgeschossen und Staffelgeschossen, die das heutige Stadtbild prägen. Die Beispiele zeigen, dass eine durchdachte und qualitätsvolle Nachverdichtung in Quickborn funktionieren kann und seit Jahrzehnten bereits praktiziert wird; sie ersetzen aber nicht die notwendige Einzelfallprüfung.

Aufstellungsbeschluss 

Aus den genannten Gründen haben wir in der Ratsversammlung am 23. März 2026 für den Aufstellungsbeschluss des Projekts „Parkquartier“ gestimmt. Mit einem solchen Aufstellungsbeschluss wird ermöglicht, ein geordnetes Planungsverfahren einzuleiten, um alle notwendigen Gutachten und Auswirkungen umfassend zu prüfen. Dieser Beschluss stellt den formalen Startpunkt des Bauleitplanverfahrens dar und schafft überhaupt erst den Rahmen, um die verschiedenen Aspekte des Vorhabens systematisch zu untersuchen. Er ermöglicht zugleich, die Rahmenbedingungen für die weitere Projektentwicklung klar zu regeln: Dazu gehört insbesondere, dass mit dem Investor vereinbart wird, sämtliche im Verfahren erforderlichen Gutachten und Untersuchungen vollständig zu übernehmen. Diese Regelung, die bereits getroffen wurde, hält die Stadt damit von Kosten frei. Ein Aufstellungsbeschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, er dient aber hier als frühzeitiges und transparentes Zeichen seitens der Verwaltung und der Politik, eine Planung auf den Weg zu bringen und zu prüfen. 

Wie geht es jetzt weiter?

Nun erfolgen im Verfahren die Prüfungen etwa zu Umweltbelangen, verkehrliche Auswirkungen wie der planungsinduzierte Verkehr sowie die Erschließungssystematik, die Verträglichkeit unterschiedlicher Nutzungen und Lärmschutz. Fachgutachten werden erstellt, um eine fundierte und rechtssichere Bewertung zu ermöglichen.

Die geplante Nutzung der historischen Scheune ist für uns ein positiver Aspekt und bietet Chancen für das Stadtleben, soll aber auch für das Umfeld verträglich ausgestaltet werden, weswegen wir insbesondere ein tragfähiges Lärmschutzkonzept für sinnvoll halten. Wir setzen uns für eine belastbare Verkehrsprognose ein sowie die Sicherstellung einer leistungsfähigen Erschließung, insbesondere im Bereich Gärtnerstraße. Auch ein wasserwirtschaftliches Konzept bzw. Entwässerungskonzept, welches auch Gefahren durch Starkregenereignisse aufgreift, wird Bestandteil des Verfahrens sein.

Bei der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung können die Anwohner und Interessierten ihre Hinweise, Fragen und Bedenken einbringen.

Ein transparenter Umgang mit solchen Planungen und ein offener Austausch sind für uns notwendig und ein grundlegender Bestandteil der Stadtentwicklung, weswegen wir uns auch dafür aussprechen, ehemalige alternative Planungen vorzustellen. 

Auch bei diesem Projekt halten wir einen städtebaulichen Vertrag für zentral und notwendig. Ein solches Instrument stellt sicher, dass die mit dem Projekt verbundenen Anforderungen nicht nur beschrieben, sondern verbindlich geregelt werden. Gerade bei einem Vorhaben dieser Größenordnung ist es entscheidend, dass Fragen der verkehrlichen Erschließung, der Aufenthaltsqualität und weitere Aspekte klar und rechtssicher festgelegt werden.

Im Bauleitverfahren werden also Belange ermittelt und abgewogen. Diesen Prozess werden wir konstruktiv begleiten. Wichtig: Die endgültige Entscheidung über die Bebauung wird erst am Ende des gesamten Verfahrens – nach Abwägung und Prüfung – gefasst. 

Fazit

Quickborn steht vor der Aufgabe, sich weiterzuentwickeln und gleichzeitig seinen gewachsenen Charakter zu bewahren. Viele Menschen möchten auch künftig hier leben; insbesondere diejenigen, die seit Jahren in Quickborn verwurzelt sind und im Alter passenden, altersgerechten Wohnraum suchen. 

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir das vorgestellte „Parkquartier“ als außerordentlich sinnvollen Ansatz, um maßvoll neuen Wohnraum zu schaffen und die Stadtentwicklung in Quickborn qualitätsvoll weiterzuführen. Zugleich sehen wir es als tragfähige Grundlage für das weitere Verfahren, in dem die Chancen und Auswirkungen des Projekts sorgfältig geprüft und abgewogen werden. 

Quickborn wird sich weiterentwickeln; entscheidend ist dabei, wie diese Entwicklung aussieht. Wir wollen diese Entwicklung so gestalten, dass sie unserer Stadt nützt: mit Wohnraum insbesondere für Quickborner, mit Augenmaß bei der Infrastruktur, mit Rücksicht auf den städtebaulichen Charakter und mit einer Planung, die das Wohl der gesamten Stadt im Blick behält, sowie mit dem Anspruch, die Lebensqualität unserer Stadt zu steigern. 

Als politische Vertreter sind wir dem Wohle der gesamten Stadt verpflichtet. Verantwortungsvolle Kommunalpolitik erfordert am Ende eine sorgfältige Abwägung aller Belange, um Entscheidungen zu treffen, die unserer Stadt langfristig am besten dienen. Wir nehmen die Interessen der Anwohner ernst und treffen unsere Entscheidungen auf Grundlage einer sorgfältigen Abwägung aller Belange. Dafür stehen wir weiterhin für einen konstruktiven Dialog zur Verfügung, um Anregungen aufzunehmen und Fragen zu beantworten. 

Unser Ziel bleibt klar: Quickborn soll eine Stadt sein, in der Menschen gerne wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Heute und in Zukunft.